Baltikum und Polen 2013

Ostseetour im Sommer 2013 (Ruegen, das Baltikum und Polen…)

Diesmal sollte es die Ostsee sein…
Nachdem die Langfrist-Wetterprognosen den Sommer in Nordosteuropa als ueberwiegend positiv beschrieben fiel dieser Entschluss recht frueh für diese Reisereportage.

 

Ruegen

Die groeßte deutsche Insel Ruegen, die jungen, virilen baltischen Staaten und das aufstrebende Polen sind angesagt bei den reisefreudigen Deutschen.

Da das Baltikum hervorragend per Faehre über die Ostsee erreichbar ist fiel die Wahl auf diese Reisemoeglichkeit von Saßnitz auf Ruegen.
Die Fahrt mit dem PKW von Sueddeutschland nach Ruegen gestaltete sich problemlos (870 km von Bad Kreuznach in RLP).
Die Insel mit den beruehmten Kreidefelsen an der Küste empfing uns mit bestem Wetter, bei Sonnenschein und 26 Grad bezogen wir das Aparthotel Koenigslinie in unmittelbarer Nachbarschaft des Faehrhafens Neu-Mukran.

Zwei Uebernachtungen, Inseltour im öoetlichen Bereich Ruegens mit allem was man gesehen haben muss.
Das Hotel „Koenigslinie“ bietet alles was der Reisende so braucht, vor allem auch geeignet für Familien mit Kindern, bucht man das Doppelzimmer in der Hauptsaison für 90 Euro direkt beim Hotel mit reichhaltigem Fruehstuecksbuffet oder auch einfach über www.booking.com .
Ruegen – das heißt feiner weißer Sandstrand, steil aus dem Meer aufragende Kreidefelsen, bekannte Seebaeder und vertraeumte Doerfer.

Deutschlands groeßte Insel ist ein Ferienparadies.

Was sich hier getan hat seit meinem letzten Besuch Mitte der 90er ist einfach nicht in Worte zu fassen.
Die Gebaeude sind saniert, die Baederarchitektur perfekt restauriert, ohne dass irgendwelche seelenlose Neubauten das Niveau verschandeln.
Ruegen ist beispielhaft für gelungene touristische „Konversion“.
Da sind die drei oestlichen Halbinseln Granitz, Jasmund und Wittow im Norden mit den herrlich-weiß-fein gepflegten Sandstaenden, selbst FKK Urlauber finden entsprechende Strandabschnitte.
Das mondaene „Binz“ strahlt mit seinen weißen Villen und Hotels die typisch verspielte Baederarchitektur einfach eine gelassene Heiterkeit aus.

Eine 3 km lange Strandpromenade, Dutzende Restaurants, Bars, kleine Laeden, Boutiquen und eine Mini-Kunstmeile in der nahen Margaretenstraße gestalten das einmalige Flair.

Dazu die 370 m lange Seebruecke mit dem beruehmten Kurhaus direkt an der Promenade schaffen eine britische „Brighton-Atmosphaere“, aber nein, schoener, niveauvoller, ohne polternde Spielhoellen oder Billigkneip-Milieus.

Einfach super für den Genießer mit hohem Anspruch.
Dabei halten sich die Preise in „buergerlichem“ Rahmen, man nie das Gefuehl ausgenommen zu werden, egal ob in den eleganten Cafés, Restaurants oder Hotels, Pensionen und Appartementhaeusern.
Der Strand laedt ein mit seinen typische Strandkoerben (7 Euro pro Tag) und flach abfallenden Ufer.
Familien mit Kindern finden eher in Sellin und Goehren, ganz im Suedosten, ihr passendes Ambiente. Wenn man dann noch mit dem „Rasenden Roland“ diese Badeorte besucht, ist das Erlebnis perfekt. Die schnaufende Dampflok mit den historischen Waggons laeuft auf der Schmalspur von Lauterbach über Putbus, Binz, Sellin, Baabe bis nach Goehren.
22 Km vermitteln das Gefuehl des Reisens in der Kaiserzeit.
Saßnitz, der geschaeftigste Ort auf Jasmund, die „Schaabe“ die nach Wittow und Putgarten (Kap Arkona) verbindet, bieten unendlich lange feine Sandstraende. Dazu die „Stubbenkammer“ mit der „Victoriasicht“ am Koenigsstuhl im Nationalpark Jasmund und den Kreideklippen sind einmalige Natureindruecke.
Im Nationalpark-Zentrum Koenigsstuhl (UNESCO WELTNATURERBE) erleben die Besucher eine Zeitreise in die Entstehung der einmaligen geographische Kuestenlandschaften und der Ostsee.
Ruegen, eine Insel mit garantiertem Wiederkommens Effekt !

Faehrhafen Neu-Mukran (Saßnitz).
Unsere Faehre nach Klaipėda (Litauen) legt ab puenktlich um 19:00 h.
DFDS-Seeways bringt uns mit dem litauischen Fährschiff „Kaunas“ sicher über die Ostsee in das frühere Memel, jetzt Klaipėda.
18 Stunden dauert die Passage. Commodore de Luxe-Kabine, Frühstück, PKW Transport mit zwei Personen für 314 Euro einfach lassen in einer entspannten Atmosphaere das Baltikum näher ruecken.
Es geht auch günstiger in einem „Poolsitz-Raum“, ausgestattet mit allem was man so braucht.
Buchbar unkompliziert unter www.dfds.de , ausgestattet mit drei Bars, Kinderbar, zwei Restaurants und Dutyfree Shop vergeht die Zeit schnell, locker und angenehm.
Die Ostsee laesst vor allem in der Nacht das „maritime“ Empfinden aufkommen, der Seegang bringt Schaukeln mit sich und wiegt den Reisenden in den Schlaf.

Am naechsten Tag ist die Ostsee wieder ruhig und zeigt sich von ihrer angenehmen Seite. Mit Sonne und klarem Himmel begrueßt uns der Hafen von Klaipėda.

Als erstes fahren wir gegen 14:30 Ortszeit von der riesigen Fähre und bedauern keinen Deut, dass wir diese Passage gewaehlt haben.
In ca. 40 Minuten sind wir dann an unserem ersten Ziel in Palanga (ca. 20 000 Einwohner).
In Litauens groeßtem Kur- u. Badeort ist alles auf Unterhaltung ausgerichtet.

24 km Strand und eine Hauptstraße, an der sich ein Restaurant an das andere reiht, abends verwandelt sich dann die Basanaciaus Straße in eine Partymeile, die erst an der über 600 m langen Meerbruecke endet.
Unterkunftsmoeglichkeiten aller Art von Pensionen bis vier Sterne Hotels - wird alles angeboten.
Gegen Abend werden wir von Freunden abgeholt.
Es geht über Sventoji Richtung Norden mit dem PKW über die lettische Grenze nach Pape, einem naturbelassenem Blockhausensemble mitten im Wald und dabei nur drei Fußminuten von den endlos langen weißen Sandstrand entfernt.
„Amerikas“ heißt unsere Logis, alles in Holzbauweise.

Bis gegen 00:00 h in der Frueh sitzen wir zusammen, es bleibt sagenhaft lange hell. Wenn auch die Verständigung nur für die litauischen Teilnehmer den ganzen Spaß und die entsprechenden Lacheffekte bringen (die litauische Sprache ist für uns Westeuropäer ein Buch mit sieben Siegeln) ist dies doch ein einmaliges Naturerlebnis.
Am naechsten Tag geht es dann in aller Ruhe zum Strand bei Sonne und angenehm warmen Temperaturen. Wir genießen die See und die Sonne.
Am Abend geht es zurueck nach Palanga.
Nun aber zur Mani- und Pedikuere, für weniger als die Haelfte des Preises verglichen mit Deutschland.
Jetzt sind wir bereit für die naechsten Tage in diesem lebhaften Badeort, in dem immer noch Russen und Letten, neuerdings auch einige Deutsche ihren Urlaub verbringen.
Das Wetter ist klasse! Sonne, klarer Himmel bei 23-25 Grad, ein Super-Klima für die Gesundheit, vor allem Zeitgenossen mit Problemen mit Bronchien und Atmungsapparat.

Die Tage im quirligen Badeort Palanga genießen wir mit sonnigem Wetter an der guten Ostseeluft, trocken, bei ca. 20-23 Grad Waerme.
Die Wassertemperatur beträgt 19 Grad, für Badehungrige schoen.
Die gepflegten Wege und Straßen bieten Radfahrern und Spaziergaengern jede Menge Abwechslung um neues zu entdecken

Land und Leute
Die Litauer zeigen eine stille, zurueckhaltende Hoeflichkeit. Es zeigen sich keine polternde Erwachsene.

Auch sind keine laut verlangende und verwoehnte Kinder und Jugendliche zu erleben. Alles läuft in einer angenehm „gedaempften“ Atmosphaere.
Internet und Mobiltelefonie scheint eine litauische Erfindung. Nirgendwo gibt es mehr elektronisch „kommunikationsfreudigere“ Zeitgenossen.
Im Stadtbild zeigen sich insbesondere die Frauen von einer auffallenden Eleganz, wobei manchmal einige der juengeren Geschlechts-genossinnen einen Deut zur Uebertreibung neigen.
Sehen und gesehen werden, leben und leben lassen… so beschreiben wir das Geschehen in Palanga.

Einkaufen
Ist guenstiger als in Deutschland, von Lebensmitteln bis Textilien;

die Geschaefte sind auch am Sonntag geoeffnet (trotz des gelebten katholischen Glaubens) und teils bis 23.00 durchgehend.
Deutsche Zeitungen sind fehl am Platz.

Also E-Paper der heimischen Zeitung einrichten, die Internet-Vernetzung ist fast überall moeglich.
Bier und Alkohol gibt es nur bis 22:00 h. Das ist auch gut so, es gibt keine jugendlichen „Hangouts“ vor Tankstellen oder Einkaufsmaerkten.

Essen und Trinken
Es gibt alles was das Herz begehrt, besonders litauische und osteuropaeische Speisen, von den berühmten Zepelinai bis zum Borscht – aber auch international ist alles dabei und das zu moderaten Preisen.
Beruehmt natürlich der getrocknete und geraeucherte Fisch in allen Varianten.
Dienstleistungen sind sehr viel guenstiger als in Deutschland, so zahlt man beispielsweise für einen Haarschnitt Herren (natürlich mit Waschen) lediglich 7,50 Euro.

Logis
Ueberall findet der Urlauber Unterkünfte, die Preise gestalten sich individuell, von der einfachen Unterkunft bis zum Viersterne Wellness-Hotel.

Waehrung
Bezahlt wird in Litas (1 Euro = 3,45 Litas), auch Euro werden gerne genommen. Geldautomaten gibt es allenthalben. Auch Bargeld wird in den Banken gewechselt. Dabei erinnert die umstaendliche und hie und da lange Bearbeitung manchmal noch an das postsozialistische Procedere.

Mittlerweile gehoert auch Liauen zur Eurozone.

Sprache
Mit nur Deutsch ist es schwierig, obwohl in Ansaetzen auch Deutsch verstanden wird. Mit wenig Englisch schafft man allerdings die notwendigen touristischen Beduerfnisse.

Besonderes
Litauen, als groeßte der drei Ostseerepubliken, ist seit dem EU-Anschluss 2004 auch Mitglied des grenzenlosen Schengen Europas in Aufbruchsstimmung.
Korruption uns andere fruehere Erscheinungen werden rigoros bekaempft. So findet man in oeffentlichen Verwaltungen Aushaenge mit Telefonkontakten bei den man auch bei einem leisen Verdacht seine Erfahrung kundtun kann.

Wir verlassen Palanga und fahren über Siauliai weiter noerdlich Richtung Lettland.
Noerdlich von Siauliai besuchen wir „Kryziu Kalnas“, den Berg der Kreuze. Seit der Zarenzeit waechst hier ein Kreuze-Wald, ein stiller bewegender Ort des national-religioesen Protests der Litauer.

Pilger stecken hier Kreuze in den Boden, hinterlassen Jesusfiguren und Botschaften. Auch waehrend der Zeit des kalten Krieges als die Sowjets mehrmals brutal dieses Heiligtum mit Planierraupen niederwalzten konnte dieses Zeichen des Freiheitswillens nicht ausgemerzt werden. Beeindruckend!
Jetzt erfahre ich wieder die „baltischen Weiten“, stundenlange Fahrtabschnitte ueber die Schnellstraße und Autobahn nach Norden.
Mindestens 20 Stoerche und Storchenpaare abseits und am Rand der Straße zaehlen wir. Teils mit Nachwuchs, und in großer Hoehe auf Masten und Hausgiebeln, Zeichen der unberuehrten Natur.

 

Lettland, Riga

Gegen 16:00 erreichen wir Riga, genannt auch die „Miss Baltica“.
Mitten im Herzen der Altstadt finden wir unser Hotel mit unmittelbarem Parkplatz in der Naehe.

Nach einigen konzentrischen Naeherungsversuchen stehen wir nun sicher und brauchen den PKW nicht zu bewegen bis zu unserer Abreise.
Riga, die pulsierende Metropole an der Daugava (Duena), mit dieser herausgeputzten Altstadt und winkligen Gassen, Kloesterhoefen, Kaufmanns und Gildehauusern zieht uns in ihrem Bann.
Alles laesst sich Fuß erkunden (die Altstadt ist für den Autoverkehr gesperrt), Restauranas, Cafés, Treffpunkte und trendige Clubs ziehen auch die jungen Leute magnetisch an. Hier „tobt der Baer“.
Am Sonntag machen wir eine Bus-Sightseeing-Tour, an jeden Haltepunkt kann man unterbrechen und aussteigen, spaeter oder an einem anderen Punkt wieder zusteigen, das Ticket gilt 24 Stunden. Der „Jugendstil“ der Gruenderzeit, über 50 Museen, Galerien, Markthallen… es gibt so viel zu sehen.
Am Nachmittag nehmen wir an einer eindrucksvollen deutschsprachigen Fuehrung im „Okupäcialas Muzeijs“ (Okkupationsmuseum) teil.

Die leidvolle Geschichte des lettischen Volkes, von der russischen über die deutschen Besatzungszeit und die Zeit der erzwungenen „Sowjetmitgliedschaft“ macht uns „Nachkriegs-Bundesrepublikdeutschen“ wieder klar, welch glueckliche Generation wir doch sind.
Die Gnade der „spaeten“ und „geographisch-westlichen“ Geburt, um den Begriff des verstorbenen Helmut Kohl zu erweitern.
Die Sky-Bar im 26. Stock des Radisson-Blue Hotels bietet am fruehen Abend einen Super-Ausblick über „Miss Baltica“, wir planen den Szene-Abend in der Altstadt.


Estland, Tallin
Das Land empfängt uns mit bedecktem Himmel und abends auch mit Regen. Das „Skandinavien“ des Baltikums… noch nie waren wir soweit noerdlich auf unseren Reisen. Nach der geographischen Breite liegt Tallin auf einer Höhe mit der Suedspitze Groenlands oder auch von Alaska.
Estland erscheint uns als das weit entwickelte Land der drei Staaten seit dem politischen Umbruch, und das nicht nur weil wir wieder bequem mit dem Euro zahlen koennen.

In diesem Land, in dem die Ostsee „Westmeer“ heißt ist Tallin der ganze Stolz. Diese quirlige und immer noch sehr hansisch anmutende Stadt sind das Mittelalter und die Moderne eine Symbiose eingegangen. In den winkligen Gassen des einstigen Revals wandeln wir wie durch eine laengst vergangene Zeit einer mittelalterlichen Stadt. Gotische Kaufmannhaeuser, Giebel, Fassaden, Tuerme und wehrhafte gewaltige Mauern, die UNESCO hat diese Kulturhauptstadt des Jahres 2011 laengst zum Kulturerbe erklaert. Die Bewohner und Restaurateure arbeiten fabelhaft, wir entdecken jeden Moment Neues in dieser quirligen Altstadt.
Wir wohnen in einem Kuenstler- Meisterhof mitten in der Altstadt.

Der PKW steht sicher, muss nicht mehr bewegt werden bis zu unserer Abreise. Wir können alles vom Appartement her unternehmen.
Am Abend locken Straßencafés. Jazzkneipen, Clubs und Bars, das pulsierende Nachtleben beginnt…
Neben dem mittelalterlichen Ambiente der Altstadt nehmen wir an drei City-Circle Bustouren teil, selbstverstaendlich auch mit Erlaeuterungen auch in deutscher Sprache. Der Hafen, in dem aktuell zwei Kreuzfahrtschiffe angelegt haben, garantiert der Stadt auch ein weltmaennisches Flair.

Das Sprachengewirr ist enorm.
Die Preise in den Resturans sind Euro-angeglichen, teils auch saftiger als zu Hause in Deutschland.
Heute haben wir ein Super-Wetter (so schnell geht das an der Ostsee).

Waehrend zu Hause in Deutschland die Hitzewelle tobt herrschen hier jetzt angenehme 22-24 Grad, trocken, blauer Himmel.
Auch hier gibt es ein Okupatsioonide Muuseum, wie in Riga. Die baltischen Staaten vergessen nicht die schlimme Zeit der Unterdrueckung und rufen immer wieder in Erinnerung, dass es junge Staaten sind.
Seit Beginn der 90er Jahre herrscht wieder Freiheit.
Die aktuelle gesellschaftliche Situation versuchen wir noch zu erkunden. Die Menschen sind eher ruhige Leute, Individualisten, mental und sprachlich dem benachbarten Finnland verbunden. Mit Englisch kommen wir ueberall durch, keine Probleme.
WirelessLan gibt es überall, kostenlos und frei verfuegbar, „Internet for free“. Parktickets, Bustickets und Kino-Eintrittskarten zahlen die Einheimischen per Handy.
Heute Abend besuchen wir eine (oder auch zwei…) der vielen trendigen Lokale, vom russisch angehauchtem bis über skandinavisch und britischen Ambiente und natuerlich estnisch, hier findet jeder alles und auch das außergewoehnliche.


Mittwoch, 24.07.2013, Abschied aus Tallin.
Wir verabschieden uns von unserem Jan Paarn, dem Besitzer der Villa Hortensa. Estland ist die am weitesten wirtschaftlich fortgeschrittene der drei Baltenrepubiken. Die Nähe zu Finnland, die Groeße des Landes mit seinen weniger als 2 Mio. emsigen Einwohnern ist überschaubar.

Jaan Parn erzaehlt uns auch, dass er schon in frueheren Zeiten in Finnland arbeitete er aber natürlich kein Geschaeft in Tallin eröffnen konnte.

Das war ihm untersagt.

Er ist Architekt und Goldschmied, hat auch ein Schmuckgeschaeft im Meisterhof.

Der rege Geschaeftsmann kennt „Deidesheim in der Pfalz“ (er liebt den Pfaelzer Wein…) und auch Bad Kreuznach. „Vom Durchfahren her“, sagt er, Jaan Parn bezieht naemlich auch Schmuck aus Idar-Oberstein.
Wir fassen es nicht, über 2200 km von zu Hause hier im Nordosten Europas und er ist oefters in Idar-Oberstein, das gibt’s doch gar nicht.
Beim naechsten Besuch in Deutschland wird er uns in Bad Kreuznach evtl. besuchen.
Die Fahrt (370 km) geht nun zurück nach Lettland.
„Emburga“ heißt unser Ziel, ein Dorf weit auf dem Land. Dort wollen wir Verwandte besuchen.
Im letzten Teil der Anreise müssen wir eine 12 km lange unbefestigte Schotterstraße passieren… es ist schon sehr „laendlich“ hier…
Die Begrueßung ist herzlich, es wird gegessen, getrunken, gegrillt, gefeiert. 

Das Dorf „Emburga“ ist ein typisches lettisches Dorf.

Ein Ortsmittelpunkt wie wir das von Deutschland her kennen, fehlt.

Es gibt zwar auch eine Kirche, eine Einkaufsmoeglichkeit, alles weitflaechig angesiedelt.
Die Felder und Gaerten der Dorfbewohner sind direkt an den Hauusern angelegt, dementsprechend großflaechig ist das Dorf, die Siedlung.
Die Straßen verlaufen auf Daemmen, das Gebiet ist ein Feuchtgebiet, mindestens sechs Storchenfamilien haben auf Masten Nester gebaut und ziehen den Nachwuchs groß.
Es wird spaet in dieser Nacht bzw. Morgen.
Gegen 10:00 sind wir wieder „back on the road again”, es geht nun nach Kaunas, in die zweitgroeßte Stadt zurück nach Litauen. 250 km liegen vor uns, machen wir doch mit links…

Kaunas kennen wir von frueheren Besuchen, es gibt eine markante Altstadt mit vielen Leben drin.
Nun sind wir einer Freundin, Dalite, untergebracht.
Mitten in Kaunas, zentral und unter Einheimischen.
Essen für vier Personen in einem typisch litauischen Restaurant, wir zahlen knapp 30 Euro mit allem.
Am naechsten Tag sehen wir uns wieder eine Gedenkstaette an.

Auch diesmal wieder eine Ausstellung im Okkupationsmuseum, das in der ehemaligen Festung von Kaunas untergebracht ist.
Diese wurde Ende des 10. Jahrhunderts vom russischen Zaren erbauen lassen, diente als Stadtbefestigung, unter der Nazi-Herrschaft als KZ und unter Stalin ebenfalls als Gefängnis und KGB-Folterzentrale.
Unter der der Hitler-Herrschaft wurden hierher Juden aus Frankreich und auch aus Deutschland deportiert und ermordet.
Ein trauriges und erschuetterndes Kapitel der Geschichte.

Abendessen bei Bekannten, herzlicher Empfang, deftiges Essen, typisch litauische Schaltibarschai (kalte Suppe mit Rote Beete und Gurken) und Kotelett (mir als Gast zu liebe…).
Schmeckt fast wie zu Hause, alles gut.
Ueberwiegend läuft die Konversation natuerlich auf Litauisch, ich verstehe meist nur „Bahnhof und Abfahrt“.
Am naechsten Tag schlendern wir spaet am Vormittag durch die Einkaufsstraße („Freiheitsallee“ nennt sich der Boulevard, der schon zu Sowjetzeiten als Fußgaengerzone angelegt wurde.
Auch „Schoenheitssalons“ gibt es her mehr als genug.
In den Seitenstraßen gibt es auch bereits renovierte Haeuser, an vielen bleibt aber noch einiges zu tun.

Es fehlt das Geld, die Rücklagen um Hausfassaden, Eingaenge und Bürgersteige zu erneuern.
Am Abend gehen wir durch den Stadtpark, eine Anlage die auf einem ehemaligen Friedhof angelegt wurde.

Gedenktafeln erinnern an litauische, russische, muslimisch und juedische Graeber, aus der Bevoelkerung von Kaunas verschiedenster Glaubensrichtungen.
Ich fass es nicht, auch deutsche Soldaten, Gefallene aus dem ersten Weltkrieg, sind hier beigesetzt.

Hier muss mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch mein Großvater beigesetzt worden sein. Er fiel im August 1915 in der Njemen-Schlacht.
Es ist unglaublich, vor zwei Jahren suchten wir drei verschiedene Soldatenfriedhoefe hier in Litauen ab und konnten nichts finden.

Und nun hier finde ich diese Staette...
Die Graeber sind nun eingeebnet, klar, eingravierte Stele erinnert an die Bedeutung dieser Staette. Trotzdem, ich fuehle, hier muss Grißvaters Grab sein.

Wir spazieren noch zum Bahnhof, der mit Unterstützung der EU modern ausgebaut ist und einen vorbildlich sauberen Eindruck macht. Auch die Unterfuehrungen unter der Straße und unter den Gleisen sind videoueberwacht und „wie geleckt“…, das finden wir bei uns in Deutschland nicht ueberall…
Noch ein Bierchen zum Abschluss im „Berneliu Uzeigoj“, dazu mit würzig-scharfem Kaese gefüllte Trockenpflaumen, eine Wonne zum gut schmeckenden Bier. Das waere auch was Neues für die Vegetarier unter uns.
So, morgen geht es weiter nach Sueden, nach Polen in die Masuren. Zwei Übernachtungen sind gebucht in „Elk“, schauen wir mal…

Drei Stunden fahren wir von Kaunas in die Masuren, Elk ist unser Ziel. Und diese Wahl sollte uns nicht reuen! Unterwegs sehen wir wieder die hoch angelegten Nester mit ganzen Storchenfamilien.
Wie Straßenwaechter schauen die Riesenvoegel stolz und mit stoischer Ruhe auf die passierenden PKWs hinab. Ein Gefuehl von Respekt vor dieser Natur und zu deren Erhaltung beeindruckt jeden von uns.
Elk, hier im Nordosten Polens, wird auch als die heimliche Hauptstadt der Masuren genannt. Propper, seit 2006/7 herausgesputzt mit Unterstuetzung von EU-Mitteln, praesentiert sich die Stadt am Elksee (Lycksee) bei bestem Wetter als Urlaubsziel mit Wohlfuehleffekt.
Die schoene Uferpromenade zieht sich zum großen Teil an diesem großen See entlang, ein Fahrradweg ist hervorragend ausgebaut, Bootsfahrten aller Art moeglich.
Unsere Unterkunft, das „Pensjonant Faust“ ist eine Wucht.
Mit drei Sternen im Internet buchbar (www.pensjonat.elk.pl) bietet das Haus geschmackvoll, neu eingerichtete jeweils zwei Zimmerappartements (Wohn- und Schlafraum) mit Fruehstück für 65 Euro in der Hauptsaison.
Die Eigentuemerin, Frau Iwona Kozikowska, spricht ein hervorragendes Deutsch. Kein Wunder, die eloquent-charmante Mitvierzigerin hat lange in Frankfurt in verantwortlicher Position bei der „Lot“ gearbeitet.
Sie nennt ihr Appartementhaus „Faust“ in Anlehnung an dem Klassiker des groeßten deutschen Dichters Johan Wolfgang von Goethe. Hier wurde an nichts gespart, die Ausstattung der Zimmer und Baeder hat Vier Sterne Niveau.
Wir können mit Sportfahrraedern des Hauses am See entlangradeln, 1,5 h Stunden fahren wir durch eine intakte Landschaft, Wasservoegel aller Art erleben wir, die hier in sichtbarer Harmonie mit den Menschen leben, schoen renovierte Ortsteile und erleben die gelassene Ruhe, welche diese Landschaft ausstrahlt.
Am Mittag steht uns Iwona Kozikowska für ein Interview zu Verfuegung (siehe auch hier auf der Website bei Podcast).
Den Abend genießen wir am See, bei einem kuehlen Bier und preiswertem schmackhaften Essen (Fisch direkt aus dem See…)
Der Ort Elk hat alles was der Tourist braucht, auch für shoppinghungrige Damen bieten die Geschaefte eine breite Palette (Handtaschen. Schuhe -!!!???- und Textilien).
Morgen geht es weiter nach Sueden, Warschau, die Hauptstadt, ist unser Ziel.

Wir verlassen die Geburtsstadt von Siegfried Lenz am spaeten Vormittag. Hier in Polen haben wir ja wieder die mitteleuropaeische Zeit.
Schnell noch mal Mani- und Pedikuere (wieder die Hälfte des Preises wie in Deutschland) und auf geht’s ueber gut ausgebaute Fernstraßen, im allerletzten Teil auch Autobahn.
WARSCHAU (WARSAWA)
Sind wir wirklich in Warschau? Ja, nach vier Stunden Fahrt sind wir angekommen.
Bin ich in Berlin und passiere die „Warschauer Straße“ oder bin mit der U-Bahn am „Warschauer Bahnhof“ habe ich als Deutscher noch immer ein beklemmendes Gefuehl wenn ich den Namen dieser Stadt hoere oder lese. „Ghetto“, Krieg und unvorstellbares Leid, Zerstoerung und Schuld assoziiere ich damit, sehe Bilder, Dokumentationen aus der Geschichte.

Aber auch Willy Brandts Kniefall an der Gedenkstaette für den Warschauer Aufstand, das schwierige Verhaeltnis von Polen und Deutschen, der Streit um ein Mahnmal für die Vertriebenen in Deutschland, der und Vertriebenen, die Kaczhinski Politiker und und und…
Ein schwieriges Thema.
Umso erstaunter bin ich, in eine von Leben überquellende, brodelnde, aktive, jungen Leuten prägende Stadt zu kommen. Der Verkehr ist gewaltig. Ganz cool fahren wir in diese von Baustellen, Umleitungen, von offensiv-rasantem Verkehrsaufkommen geprägte, Metropole.

Wir finden unser Hotel trotz Navi nur schwierig.

An allen Ecken und Enden wird gebaut, umgeleitet etc.
Das Hotel, mit einem Charme aus der ehemaligen Sowjetzeit… na ja.
Mir war das bewusst bei der Auswahl und Buchung der Unterkunft, dafuer liegt es aber so was von zentral.

Wir parken den Wagen zwei Minuten auf einem bewachten Parkplatz und bewegen ihn nicht mehr weg bis zu unserer Abfahrt.
Abends erleben wir die unglaublich, nach Fotos und Bildern von Canaletto wieder aufgebaute Altstadt, angefangen vom Schloss bis in die verwinkelten Straßen und Gassen, ein Leben wie im Sueden.
Tolles Wetter, auch am Abend immer noch angenehm warme Temperaturen, an so vielen Stellen, Häusern, Plaetzen werden wir per Gedenksteinen, Tafeln, Hinweisen an die geschichtlichen Ereignisse erinnert.

Die Polen haben einen besonderen Bezug zu ihrer wechselvollen Geschichte. Insbesondere hier in Warschau zeigen die selbstbewussten Hauptstaedter dies deutlich.
Wenn man die polnische Sprache beherrscht erleichtert das vieles obwohl man mit Englisch und selten auch mit Deutsch „durchkommen“ kann.
Das gibt Sicherheit.
Am naechsten Tag machen wir eine Stadtrundfahrt um einen Ueberblick zu bekommen.

Die Weichsel ist ein gewaltiger Fluss. Sie trennt den linken Teil der Stadt, der im Krieg von den Deutschen vollkommen zerstoert wurde, vom rechten Teil.

Der wurde weitgehend verschont, dazu spaeter mehr.
Hier geht vieles zusammen, Koenigsschloss und kommunistischer Kulturpalast, die malerische Altstadt umgeben von spiegelverglasten Wolkenkratzern und riesigen Einkaufsgalerien.

Unglaubliche Kontraste, nahezu alles was alt aussieht sind Kopien der vernichteten Originale, meisterlich rekonstruiert.
Wir koennen hier nicht alles benennen, festzustellen bleibt, dass Warschau eine Stadt (wie auch ganz Polen) schon enorm westeuropaeisch gepraegt ist.
Im Gebiet des „Gettos“, von dem natuerlich absolut nichts mehr zu sehen ist, alles neu bebaut, erinnert das Mahnmal an den Aufstand, die vielen Opfer und die Deportationen.

Hier vollzog also Willy Brandt den historischen Kniefall.

Das Mahnmal erinnert aber auch an den Aufstand der Polen gegen die Deutschen im Jahr 1944 (das wird oft vergessen und darüber aergern sich die Polen). Damals standen sowjetische Truppen auf der anderen Seite der Weichsel und leisteten keine Unterstützung. Stalin wollte nicht, dass sich die Polen spaeter ihre Befreiung durch eigene Kräfte definieren.

Seine Taktik war klar, als „Befreier“ Polens den Satelitenstaat zum Ostblock zu erklaeren.
Nachmittags besuchen wir den Kulturpalast (von den Sowjets im Zuckerbaeckerstil) errichtet, fahren zum 30. Stockwerk hoch und bekommen einen Eindruck von der riesigen Stadt und der Lage der Stadtteile.
Das neue Fußballstadion sieht aus wie ein riesiger mexikanischer Sombrero, errichtet 2012 anlaesslich der Fußball-EM.
Am Abend fahren wir in den Stadtteil „Prag“ auf der rechten Seite der Weichsel. Das ist der Teil, der im Krieg so gut wie nicht zerstoert wurde.

Also wurde auch nichts neu aufgebaut und hier galt unter sowjetischen Einfluss: „Ruinen schaffen ohne Waffen“. Wir sind schockiert, so ein Stadtbild mit den verwahrlosten Haeuserfassaden haetten wir nicht erwartet.

Hie und da direkt daneben neue Bauten, alles wirkt unwirklich.
Wir fahren zurueck in die Altstadt und lassen den Abend dort in einer typischen heimischen Gaststaette bei polnischen Bigus ausklingen.
Warschau, eine Stadt mit zwei Gesichtern.
Diese Reisebeschreibung fiel mir/uns bisher am schwersten. Auch für einen Nachkriegsdeutschen immer noch ein schwieriges Kapitel.


Nach dem Fruehstück brechen wir am Morgen des 01.08.2013 auf.
600 km liegen vor uns nach Berlin.
Es gibt noch einige „Irritationen“ beim Zahlen des Parktickets für den PKW. Der Waechter kassiert 168 Sloty, nach unserere Berechnung bzw. den Hotelangaben sollen es aber nur 120 sein, also 12 Euro zu viel.
Mit Courage und Polnisch Kenntnissen  erhalten nach einigen Diskussionen 48 Zloty zurück, Respekt! „Ja“, der Computer haette das falsch berechnet, begründet der Gauner sein „Versehen“… auf diese Art und Weise schafft er sich wohl sein „Trinkgeld“.
Nun denn, die Ausfahrt aus Warschau gestaltet sich etwas schwieriger als vermutet, unser fast neues Navi, dass uns sehr sicher durch die baltischen Staaten bugsierte, hat offensichtlich noch nicht alle neuen Straßen rund um und aus Warschau im Speicher. Es klappt aber mit einigen Wirrungen dann doch.
Die Fahrt läuft ueberwiegend üeber gebuehrenpflichtige Autobahnabschnitte, um ca. 18 h laufen wir in Berlin ein.
Wir haben das „Best Western Hotel Kantstraße“ gebucht. Super gelegen, ideal für die restlichen drei Übernachtungen.
„Die sprechen ja alle deutsch hier…“, ja Mann oh Mann, ich hatte ja offensichtlich schon Entzugserscheinungen. Und in der Tat, es ist nach 3,5 Wochen ohne Deutsch wieder wie ein Aha-Erlebnis für mich.
Berlin im Sommer 2013 bei hochsommerlichen Temperaturen, denke mal 32 Grad herrschen in der Stadt. Die Menschen haben sich offensichtlich bereits daran gewoehnt (vor 3 ½ Wochen verließen wir Deutschland bei ca. 18-20 Grad…).
Der Berliner nimmt das gelassen hin, die Restaurant-Terrassen und Außenbereiche sind gut besucht, man hat Muehe einen Platz zu finden.
In Charlottenburg wo wir unser Hotel haben (ich liebe dieses Stadtteil) essen wir zu Abend, haben angeregte Unterhaltung (…in Berliner-Deutsch…!!!) mit einem Berliner netten Gast.
Heute besuchten wir den Tuerkenmarkt am Maybachufer in Kreuzberg (das hatten wir bei unserem Besuch im Mai dieses Jahres nicht geschafft.
Wir „genießen“ Berlin, einfach eine tolle Stadt in allen ihren vielfaeltigen Facetten. Morgen Abend werden eine Varieté Vorstellung im „Wintergarten“ in der Potsdamer Straße besuchen.
Wir freuen uns.
PS.
Gerhard Engbarth, unser Sobernheimer Barde, hat offensichtlich dieser bisherige Reisebericht gut gefallen, er haette mich gerne als Gast zur Sobernheimer Runde naechstes Jahr; ok!

Am vorletzten Tag unserer Reise fahren wir mit dem M19er Bus nach Grunewald raus.
Das Wetter ist klasse, fast zu heiß mit an die 32 Grad Celsius, aber blauer Himmel, Sonne. Berlin ist klasse im Sommer, viel spielt sich einfach draußen ab, ueberall haben die unzaehligen Lokale und Kneipen Tische und Stuehle nach draußen gerueckt. Am „Stutti“ (Stuttgarter Platz) sitzen die Haendler vor ihren Shops, die Fueße gekuehlt im Wasserbad.
Die großen Einkaufsmalls und Geschaefte sind klimatisiert, also ist „Shopping“ zwischendrin angesagt.
An der Bus-Endstation im noblen Stadtteil Grunewald, die Villen wirken bei solch einem Wetter in den gruenen Alleestraßen noch nobler, steigen wir aus.
Wir wollen die "Gedenkstaette S-Bahn Station Grunewald" sehen.

Hier, am „Gleis 17“ starteten in der Nazizeit die Deportationen nach Osten. Wir sehen unzaehlige juedische Stabfahnen, Kerzen, Blumengestecke und aufgehauufte Schottersteine an diesem beruechtigten Gleis.

Die Stadt Berlin hat seit einigen Jahren diese Gedenkstaette eingerichtet, als Mahnung gegen das Vergessen.

Am gleichen Tag laeuft heute Mittag eine Demo arabisch-moslemischer Antisemiten am Kurfuerstendamm... !???
Eine Gegendemo der juedischen Gemeinde Berlin ist auch angekuendigt. Das sich formierende Polizeitaufgebot am Ende des Kuhdamms ist enorm. Hoffentlich bleibt es ruhig. Ein merkwuerdiges Gefuehl…
Nachmittags shoppen wir („moderat“), trinken und essen noch was beim „Mommseneck“ Ecke Wilmersdorfer um dann vor der Abendvorstellung noch ein Stuendchen zu ruhen.
Abend: U-Bahn bis Kurfuersten- oder Buelowstraße, noch 300 m bis zu Andre Hellers Wintergarten.
Die „Kulti Multi Show“, ein Varieté war die richtige Wahl, wir amuesieren uns sehr. Die vom Neukoellner Deutsch-Türken „Murat Topal“ und ehemaligen Kiezpolizisten moderierte Show ist klasse.

Mit Witz und Humor erleben wir die tollsten Geschichten rund um „Culti-Mult“, dazu atemberaubende Show-Acts. Man sitzt in diesem herrlich klassischem 20er Jahre Ambiente an Tischen, kann alle moeglichen Getraenke genießen und haben teilweise Lachtraenen in den Augen.
Den Absacker nehmen wir wieder in Charlottenburg „Am Stutti“, morgen geht auf die Heimreise, wir ziehen schon einmal eine persoenliche individuelle Bilanz der letzten vier Wochen.
Eine intensive, beeindruckende Reise geht morgen zu Ende. Berlin war die 11. Uebernachtungsstation, wir fuehlen uns trotzdem nicht gestresst, nein sogar erholt, eine tolle Erfahrung.
Sonntag, 04. August, es geht zurueck, 600 km liegen vor uns – aber nein – erst wollen wir ja noch zum Wannsee.
Der gute Gerhard Engbarth hat mich nochmal auf die „Villa am Wannsee“ aufmerksam gemacht. Hier fand im Januar 1942 die sogenannte „Wannsee-Konferenz“ statt, bei die Judenverfolgung, Deportation und „Endloesung“ erörtert wurde wurde. Alle Ebenen der Nazi-Administration waren vertreten, brutal technokratisch wurde dort der Völkermord in die Wege geleitet.

Ich war vor einigen Jahren schon einmal hier, trotzdem macht ein Besuch immer wieder emotional betroffen.
Wir nehmen an einer hochinteressanten Fuehrung teil. Der Aufenthalt verzoegert unsere Rückfahrt um drei Stunden, wir sind so gefesselt von diesem Ort und erleben Geschichte pur.
Irgendwie passt das alles zu unseren Erlebnissen und Besuchen waehrend dieser Reise.
Ein weiteres Mal wird uns wieder die „Gnade der spaeten Geburt“ bewusst.
Es ist unvorstellbar was in deutschem Namen passierte…
So, nun sind wir auf er Rueckfahrt, 4200 km wird unser „Tageskilometerzaehler“ zu Hause anzeigen…

An dieser Stelle gehoert nun eine, dem Reisebereicht chronologisch zugeordnete, Aufzaehlung aller von uns in Anspruch genommenen und empfehlenswerten Organisationen dieser selbstgeplant- und durchgefuehrten Baltikum-, Polenreise:

- www.aparthotel-koenigsline.de (Sassnitz, Neu-Mukran)
- www.dfds.de (Fähre Sassnitz-Klaipeda)
- Pape, Lettland (Privatunterkunft)
- Palanga, Litauen (Privatunterkunft, es gibt Hotels, Appartements aller

   Kategorien, siehe Web
- www.hotelkolonna.com (Hotel Konventa Seta i. Riga, Lettland)
- www.hoov.ee (Villa Hortens, in Tallin/Estland
- Emburga, Lettland (Privatunterkunft), siehe Web
- Kaunas , Litauen (Privatunterkunft), siehe Web
- www.pensjonat.elk.pl (Hotel/Pension in Elk/Polen, Masuren)
- www.hotelewam.pl (Hotel Mozowiecki/Warschau, Polen)
- www.hotel-kantstrasse-bestwestern.de (Berlin/Deutschland)
- www.wintergarten-berlin.de (Wintergartenvarieté Berlin)
- www.marcopolo.de/Ruegen
- www.marcopolo.de/Litauen
- www.marcopolo.de/baltikum
- www.marcopolo.de/polen
- www.marcopolo.de/warschau
- www.marcopolo.de/berlin

 

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