Prag 2015

10 Tage Prag, diesmal aber ausfuehrlich und mit viel Zeit.

 

 

Dort Stopp machen, wo es gefaellt, ohne Zeitdruck, selbstbestimmt und ohne Termine. Das lohnt sich in dieser kulturellen Schnittstelle Europas. Dies ist ein Erlebnisbericht, ohne Anspruch auf Vollstaendigkeit der touristischen Hoehepunkte. Wie auch bei dieser Stadt? Allerdings, in 10 Tagen bekommt schon was gebacken.

 

 

Das sozialistische Grau hat diese Stadt schon lange abgestreift. Im Schnitt kommen 11.000 Besucher pro Tag. Rucksackreisende, Studienreisende, Pauschaltouristen, Schuelergruppen, Familien, Liebespaare und Einzelreisende wie ich.

 

 

Eines vorneweg, die allgemein bekannten touristischen Sehenswuerdigkeiten wie Altstaedter Ring, Karlsbruecke, Hradschin und Kleinseite... am Wochenende? Nein, da sind die Menschenmassen zu groß! Am fruehen Vormittag oder nach 18 h ist die beste Zeit für diese Hoehepunkte. Ansonsten auf eigene Faust erkunden, eine Stadt mit einer Vielfalt an Epochen und Stilen.

 

 

Von Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs blieb Prag weitgehends verschont. Nur der Sozialismus mit seiner Devise „Ruinen schaffen ohne Waffen“, ließ die Stadt in dieser Zeit des kalten Krieges auch keine Entwicklungsmoeglichkeit. Um so mehr Dampf gab es nach 1989 in dieser Hinsicht.

 

 

Der Wechsel vom Kommunismus zum Kapitalismus hat in Prag in einem Tempo bewaeltigt, das manchem Bewohner den Atem raubt. Ehemals grau und menschenabweisend - erstrahlen heute Plattenbausiedlungen in bunten Farben, coole Lounges. Supermaerkte, Starbucks-Filialen, Hypermaerkte oder Shoppingmalls sind an der Tagesordnung... die 1,2 Mio. Stadt boomt und ist der Hype bei vielen jungen Tschechen und Auslaendern.

 

 

Das Mystische und die Magie dieser Stadt leben aber weiter. Prag, eine Stadt der lebendigen Vergangenheit...

 

 

Um dorthin zu kommen waehlte ich diesmal www.meinfernbus.de. Für 58,-. Euro hin und zurueck von Mainz, kann man nicht meckern. Man braucht Zeit, in 8 Std., hat man das Ziel, den ZOB FLORENC in Prag erreicht und ist mitten in der Stadt.

 

 

Es viele Varianten der Unterkunft, diesmal habe ich das „4* Top-Hotel Prag“ (www.tophotel.cz) im Stadtteil Chodov gewählt. Ein schoenes Hotel, sehr großzuegig angelegt, wenn auch als Congress Center „sehr gut“ belegt. Sechs Tenniscourts, Wellnesscenter vom Feinsten, Bowlingbahn, Casino und und und... Das Frühstück ist ausbaufähig (viele Gäste, laut die Geschirrwagen-Abraeume...), Qualität in Ordnung, wenn auch Wiederholung wie fast ueberall... Halbpension muss auch nicht sein, Prag hat mit seiner Gastronomie so viel zu bieten... und im mindestens 30-40 % guenstiger, uriger als bei uns in Deutschland.

 

 

Die Bushaltestelle (115er) ist vor dem Hotel, in wenigen Minuten ist man an der Metrostation CHODOV, von dort aus 8/9 Stationen bis zum MUZEUM oder MÙSTEK, direkt am WENZELSPLATZ. Das PALLADIUM, diese Mall ist eines der groeßten innerstaedtischen Einkaufzentren Europas. Ca.180 Geschaefte und 20 Restaurants und Bars, hier sollte man gewesen sein um zu erfahren, wie Prag boomt. Halben Tag sollte man einplanen um dann anschließend die Umgebung bis zum Altstaedter Ring zu erkunden.

 

 

Bei Appetit besser eines der vielen typischen tschechischen-boehmischen Restaurants aufsuchen als am Altstaedter Ring den ueber offenem Feuer gebratenen „Prager Schinken“ oder die Kartoffelpfanne zu kosten. Wucherpreise sind schon gar kein Bezeichnung mehr dafuer hier an diesem Platz.

 

 

Abends bieten sich viele Konzerte und andere „Vergnuegungsmoeglichkeiten“. Das Schwarzlicht-Theater „LATERNA MAGIKA“ (www.laterna.cz) hat immer noch nichts von seinem Reiz verloren. Film und Pantomime, zauberhafte Illusionen mit Schauspielkunst und Videotechnik. Von hier aus lief 1989 auch der Umsturz der „Samtenen Revolution“ mit Váslav Havel.

 

 

Ganz in der Nahe lohnt sich der Besuch des Jazzclubs „REDUTA“. In diesem aeltesten noch existierenden Jazzclub Europas ist jeden Abend Programm. Die Atmosphaere ist super, nette Leute, gutes Bier (wie auch anderes im Lande des Pils) und musikalisch Top.

 

 

Natuerlich gibt es noch das bereits vor der Wendezeit allenthalben bekannte U FLEKÙ (Beim Fleck). Diese seit über 500 Jahren existierende Schwarzbierbrauerei war bis 1989 ja immer ein beliebter Treffpunkt für west- und ostdeutsche Zeitgenossen. Das Kontaktforum zu DDR Maedels und Burschen damals schlechthin.

 

 

Die Stimmung ist gut, das Schwarzbier fließt, der ein oder andere Becherovka auch, ein Besuch immer noch lohnenswert. Vorn dort aus bis zum Ufer der Moldau sind es nur wenige Schritte. Herrlich der Blick zur KLEINSEITE rueber.

Dort, im beruehmtesten Kaffeehaus SLAVIA, hat sich wenig geaendert. Mit Schlag-Obers und Moldaublick bietet dieses Art-Déco Café mit seinen großen Fenstern einen traumhaften Blick auf Moldau und das Burg- und Nationaltheater.

 

 

Dieser Treffpunkt der Literaten hat Feeling, bei dezentem Pianospiel und dem Anblick des Gemaeldes vom „Absinth-Trinker“, dem eine gruene Muse erscheint, verweilt es sich laenger als geplant.

 

 

Die KLEINSEITE erreicht man von hier natuerlich ueber die KARLSBRUECKE. Die auf 16 Pfeilern ruhende Verbindungsbruecke mit den Brueckenheiligen ist der Anziehungspunkt für alle Prag-Besucher. Entweder frueh am Morgen oder nach 18 h kann man das Flair am besten genießen, ohne das Getuemmel der vielen Touristen.

 

 

Nicht versaeumen, das Handauflegen am Sockel der bekanntesten Statue des hl. Nepomuk (8.te Figur rechts von der Altstadt her kommend). Er soll nicht nur vor Hochwasser und Schiffsungluecken schuetzen, er soll auch Glueck bringen. Na ja, dann mal zu, die blank geriebene Stelle zeigt, wie viele Besucher das glauben.

Am fruehen Abend, wenn die Sonne ueber dem HRADSCHIN steht ist diese Stimmung am schoensten.

 

 

Zeit, Zeit und nochmal Zeit, ohne auf die Uhr scheuen zu muessen. So sollte man diese Momente genießen.

„Forever young“, mir faellt hier dieser Song, die Conversion als Rap von KAREL GOTT und BUSCHIDO ein... merkwuerdig. Passt aber irgendwie...

 

 

Da ich einen Hang zu Maerkten habe besuche in den HAVELSKÝ TRH (Havelmarkt), einer der aeltesten Maerkte der Stadt. Er führt heute vorrangig guenstiges Gemuese, Holzspielzeug, Schmuck, Gemaelde und Drucke in guter Qualität. Hier wird man garantiert fuendig. Die umliegenden Restaurces bieten hervorragende deftige tschechische Kost. Man findet diesen Klasse Markt in der Havelska, Naehe Metro Station Mústek.

 

 

Am STAROMÉSTKÉ NÁMÉSTI (Altstaedter Ring) tobt der Baer. Hier tummeln sich die Touristenmassen, entweder frueh am Morgen oder am spaeten Abend kann man den Platz genießen, ansonsten wird man enthusiastisch-photographierenden Japanern und anderen Nationalitäten erdrueckt.

Eine Stadtrundfahrt (in beliebiger Laenge und verschieden Themen) unternimmt man ebenfalls von dort, aber bitte nur zu den genannten Zeiten... ansonsten Touris pur... :-(.

 

 

Da Tschechien zwar zur EU aber nicht zur Eurozone gehoert tauscht man in tschechische Kronen, Am besten in bar in einer der verschiedenen Wechselstuben. So ist man auf der sicheren Seite. Man bezahlt zwar eine Charge, aber die ist moderat. Und siehe da, es gibt auch Unterschiede dort. Deshalb nach dem Kurs erkunden und auch hier bisschen „feilschen“. Bei der „Inter Change“ bekommt an nach einem ersten Tausch eine „VIP Card“, die weitere Tausche zu dann gleich-guenstigen Bedingungen garantiert.

 

 

Was das Nachtleben betrifft, so gibt es in jedem Viertel Clubs und Kneipen genug. Oft spielen in kleinen Kneipen prima Amateurbands und internationale Stars geben Tourneen in der Moldaustadt. Die Nachtschwaermer finden eine Unmenge an Bars und Clubs fuer alle Geschmaecker.

 

Prag, auch die Stadt der Beautysalons und Schoenheitskliniken.

Viele Gaeste aus dem Ausland, auch viele aus Deutschland, nehmen die Leistungen dieser super ausgestatteten und mit gut ausgebildeten Aerzten operierenden Chirurgen in Anspruch. Und das mit deutlich guenstigeren Preisen und Unkosten als in Deutschland. Dazu Prag pur... Eine der ersten Adressen ist die seit 1997 existierende und ganz nah am Wenzelsplatz gelegene ESTHÈ KLINIK ist im Kolowrat-Palast (www.esthe-plastika.cz/de).

 

 

Die KLEINSEITE ist wohl das romantischste Viertel in Prag. Unterhalb des HRADSCHINS entstanden hier wuchtige Palais im Renaissance und Barockstil. In Gaerten und Parks kann man sich hier dem Laerm Gewimmel entziehen.

Abends ein Spaziergang durch die laternen- beleuchtenden Gassen, die Vergangenheit scheint ganz nah. Viele Filme sind hier entstanden, die perfekte Kulisse für das 18.te Jahrhundert. Diese fruehen tage im Juni sind sehr warm, teilweise Temperaturen bis 30 Grad.

 

 

Ein abendlicher Spaziergang vom MUZEUM aus ueber MÚSTEK bis zur KLEINSEITE ist phantastisch. Diesmal ueber die NARODNI, vorbei wieder am Kaffeehaus SLAVIA über die suedlich von der Karlsbruecke gelegene Bruecke zur Moldauinsel STRÈLECKY OSTROV, zum SAVOY auf die Kleinseite. Hohe Raeume, Stuckdecken, einst auch ein Café der Literaten, heute vor allem fuer gut situierte Prager.

 

 

Die KLEINSEITE (Stadtteil MALA STRANKA) in der Abenddaemmerung ist einfach malerisch schoen. In den historischen Haeusern wohnen kaum noch Einheimische. Auslaendische Botschaften, luxurioes renovierte Bueros und liebevoll eingerichtete kleine Hotels sieht am hier. Spaziert man abends durch die nur schwach von Laternen beleuchteten Gassen, dann wirkt Vergangenheit lebendig, manchmal mehr als die Gegenwart, ein tolles Feeling.

 

 

Zurueck über die KARLSBRUECKE, die auch jetzt noch der Anziehungspunkt fuer Touristen ist, gelangt man wieder in die ALT- & JOSEFSSTADT.

Einen Tag spaeter geht’s wieder zurueck vom ZOB FLORENC nach Mainz.

 

 

Prag, 10 Tage im Fruehsommer 2015, eine unvergessliche Staedtereise... wir werden wieder kommen...

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